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Windeinspeisung in Deutschland sollte schwach bleiben
(Montel) Das Wetter in Deutschland wird in den kommenden zwei Wochen eher kalt und windstill ausfallen, zeigten Prognosen am Freitag. Mit wenig Erneuerbaren könnten die Spotpreise für Strom hoch ausfallen.
Bericht: Niels C Sorrells
Die Wetterdienste Ubimet und SMHI erwarten zu Beginn der kommenden Woche Windkraftspitzen im Bereich von 20-30 GW. Diese könnten jedoch bis zum Ende der Woche auf 5-15 GW fallen. Jedoch seien die Prognosen noch mit großen Unsicherheiten behaftet, so Ubimet.
Die saisonale Norm für die Windeinspeisung in der nächsten Woche liegt bei rund 19 GW, so Daten von Montel Analytics.
Die Situation könnte sich jedoch in der Woche vom 18. November verbessern, so der schwedische SMHI, der zuletzt von einer durchschnittlichen Windeinspeisung von 12-30 GW und Spitzenwerten von bis zu 40 GW ausging.
Der Normalwert für diese Zeit liegt bei 18,5 GW, so Montel-Daten.
Der Jahreszeit entsprechend sollte die Solareinspeisung voraussichtlich gering ausfallen, mit Spitzenwerten im Bereich von 3-10 GW für die kommende Woche, so Ubimet.
Auch in der Folgewoche ab dem 18. November sollte die Wolkendecke dicht bleiben, so dass sich auch die Solareinspeisung wahrscheinlich nicht erholen werde, schätzte der DWD.
Die Residuallast, die Menge an Nachfrage, die nicht durch Wind- und Solarenergie gedeckt wird, sollte nächste Woche durchschnittlich 38 GW betragen, 5 GW über dem Durchschnitt, zeigten Montel-Daten.
Kälteres Wetter
Die Temperaturen sollten in der kommenden Woche unter dem Durchschnitt bleiben und ab Donnerstag weiter fallen und insgesamt bei 3-7 C mitteln, schätzte Ubimet.
In der Woche darauf könnten die Temperaturen zwar kühler starten, sich dann aber nach oben bewegen, so dass die Woche im Schnitt leicht wärmer ausfallen könnte.
Die saisonale Normaltemperatur für die kommende Woche liegt laut Montel-Daten bei 5,5 C, die Norm für die Folgewoche bei 4,2 C.
Die Aussicht auf eine steigende Nachfrage bei kühlem Wetter und einer geringen Grünstromerzeugung stützte am Freitag auch die Frontwoche.
Der Kontrakt stieg an der EEX zuletzt um 5,44 EUR auf 117,63 EUR/MWh.
Die Kurzfristpreise könnten bei sehr schwacher Erneuerbaren-Einspeisung und mit fortschreitendem Winter noch weiter steigen, hatte Montel zuletzt berichtet.
Unterdessen könnte der Niederschlag in der kommenden Woche zunehmen, wobei die südlichen zwei Drittel Deutschlands mit regelmäßigen Regenfällen rechnen müssen, so Ubimet. In einigen Gebieten sei auch Schnee möglich.
Der DWD prognostizierte eine geringe bis mittlere Wahrscheinlichkeit, dass die nassen Bedingungen bis in die Woche vom 18. November andauern könnten.