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ELECTRICITY | POLICY

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Bund will bis zu 10 GW H2-fähige Gaskraftwerke ausschreiben

(Montel) Die Bundesregierung will bis zu 10 GW an wasserstofffähigen Kraftwerkskapazitäten  ausschreiben, die zunächst mit Gas laufen, teilte sie am Montag mit. Die Anlagen sollen an systemdienlichen Standorten entstehen.

Die Regierung plant demnach bis zu vier Ausschreibungen mit jeweils 2,5 GW an Kapazität, die „kurzfristig“ stattfinden sollen, hieß es nach einer Einigung innerhalb der Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP.

Die Blöcke sollen zwischen 2035 und 2040 auf Wasserstoff umgestellt werden, 2032 solle über den genauen Zeitplan entschieden werden, hieß es.

Darüber hinaus will die Bundesregierung bis zu 500 MW an neuen Kraftwerken unterstützen, die von Anfang an mit Wasserstoff laufen, um die Technologie zu testen.

Auch Technologien wie die Kernfusion sollen „mit geeigneten Instrumenten gefördert“ werden und das Abscheiden und Speichern von CO2 (CCS) aus Kraftwerken soll „im Rahmen der Carbon-Management-Strategie aufgegriffen“ werden, hieß es.

Kapazitätsmarkt
„Es wurde vereinbart, dass die Arbeiten an dem zukünftigen Strommarktdesign umgehend weiter vorangebracht und insbesondere Konzepte für einen marktlichen, technologieneutralen Kapazitätsmechanismus erarbeitet werden“, schrieb die Regierung weiter.

Die politische Einigung dazu soll bis zum Sommer dieses Jahres stehen, der Kapazitätsmarkt soll spätestens 2028 eingeführt werden, so die Mitteilung.

Der Kraftwerksstrategie ging ein monatelanges Tauziehen zwischen den Koalitionspartnern voraus, das durch die angespannte Lage im Finanzhaushalt noch verschärft wurde.

Die Ausschreibungen über 10 GW sollen dazu dienen, Kapazitäten, die Deutschland sowieso braucht, schnell zu realisieren.

Deutschland ist vor dem Hintergrund des Atomausstiegs 2023 und des laufenden Kohleausstiegs darauf angewiesen, mit den Klimazielen vereinbare Kapazitäten aufzubauen. Diese sollen dann laufen, wenn die Erneuerbaren die Nachfrage nicht decken können. Insgesamt könnten dafür nach früheren Regierungsangaben 25 GW nötig werden.

„Die Ausschreibungen im Rahmen der Kraftwerksstrategie werden so ausgestaltet, dass die neuen Kraftwerke in den zukünftigen Kapazitätsmechanismus vollständig integriert werden“, so die Bundesregierung.

Die nun auszuschreibenden Kraftwerke sollen an „systemdienlichen Standorten“ stehen und ihre Förderung soll aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert werden. Dessen Budget hatte das Bundesverfassungsgericht mit einem Urteil im November um 60 Mrd. EUR geschrumpft, was die Haushaltskrise ausgelöst hatte.

Gleichzeitig sollen möglichst alle Hemmnisse fallen, die den Bau von Elektrolyseuren zur Produktion von grünem Wasserstoff derzeit stören.

Der Beitrag von 10:48 Uhr wurde nachträglich am Ende mit weiteren Details ergänzt.