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RENEWABLES | SOLAR

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EU-Bestände von PV-Modulen sind ausreichend – Experten

(Montel) Europas robuste Lagerbestände von Solarmodulen können mögliche Verzögerungen bei der Verschiffung ausgleichen, sagten Experten gegenüber Montel. Aufgrund von Unruhen im Roten Meer war es zu längeren Transportzeiten gekommen.

Die geopolitischen Spannungen in der Region um das Rote Meer hätten derzeit keine direkten Auswirkungen auf die Installationszahlen, sagte Johan Lindahl, Generalsekretär des europäischen Photovoltaik-Industrieverbands ESMC. Seit November vergangenen Jahres hatten dort vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen Schiffe angegriffen.

„China hat eine riesige Menge an Modulen nach Europa exportiert, mehr als wir in den letzten zwei Jahren installiert haben“, so Lindahl weiter.

In den vergangenen zwei Jahren habe Europa zwischen 160 und 180 GW an PV-Modulen aus China importiert, sagte er unter Berufung auf chinesische Zolldaten.

Im gleichen Zeitraum seien in Europa jedoch nur knapp 100 GW an Solarkapazitäten installiert worden, sodass die Entwickler erneuerbarer Energien auf dem Kontinent „über genügend Module für eineinhalb Jahre Betrieb verfügen sollten“, so Lindahl.  

Die Situation im Roten Meer hatte dazu geführt, dass Schiffe die längere und teurere Route um Südafrika herum nehmen, sagte er. Diese Umstände könnten zu einem Problem werden, wenn sie zwei bis drei Jahre anhalten, fügte er hinzu.

Bereits vergangenen Monat ging Miguel Stilwell, Geschäftsführer des portugiesischen Energieversorgers EDP, davon aus, dass die Unruhen im Roten Meer zu einem Problem werden könnten, da Solarpaneele für neue Projekte durch diese Region transportiert werden.

Steigende Frachtraten
Angesichts der steigenden Frachtraten könnten sich jedoch Probleme einstellen, so Raul Quinto, Global Director of Logistics bei dem Erneuerbaren-Unternehmen Soltec. Die Raten hatten sich seit Ende vergangenen Jahres versechsfacht.

Die Entwickler könnten ihre Kaufentscheidungen für Materialien bis zur zweiten Jahreshälfte aufschieben, da ein Rückgang der Zinssätze erwartet wurde, hieß es. Dies könnte die Lieferkette stützen.  

Auch Lindahl sah in den niedrigen Zinssätzen ein Förderpotenzial für den Einsatz erneuerbarer Energien im späteren Verlauf des Jahres.

Die höheren Transportkosten könnten durch einen Rückgang der chinesischen Produktionspreise ausgeglichen werden, sagte eine Person aus dem Marktumfeld. „Infolgedessen sind keine großen Preisauswirkungen auf die Ankunft derartiger Produkte und Anlagen in Europa zu erwarten“, fügte sie hinzu.