Demnach sollen zu den 7 GW an Modernisierungen auch 10 GW an Ersatzneubaten für Kohlekraftwerke mit Wärmeauskopplung hinzukommen, sodass bis 2030 in Summe 17 GW zu Verfügung stehen sollen, zeigte eine am Freitag veröffentlichte Antwort auf eine Anfrage des CDU-Politikers Thomas Gebhardt.
Das Ministerium rechnet ebenfalls mit einem Bruttozubau von 5-7 GW an Biomasseanlagen.
Die beiden Komponenten sollen die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung flankieren, die Anfang Februar vorgestellt wurde und für ausreichend gesicherte Erzeugungsleistung in Deutschland sorgen soll.
Das Gesamtpaket sei mehr als ausreichend, um die Nachfrage in Deutschland abzudecken, hatte das BMWK gegenüber Montel mitgeteilt.
Im Jahr 2030 seien unter der Annahme eines vorgezogenen Kohleausstiegs Gaskraftwerke im Umfang von 37 GW am Markt notwendig, um eine „kostenoptimale Deckung der Stromnachfrage“ zu erreichen, teilte das Ministerium am Freitag unter Berufung auf Daten der Bundesnetzagentur zurück. Die Bonner Behörde bezifferte die derzeit am Strommarkt aktive Gaskraftwerkskapazität auf 30,2 GW.
Analysten äußerten allerdings Bedenken und warnten vor einem unterdimensionierten Ausbau der Gaskraftwerke im Rahmen der Kraftwerksstrategie. Der KWK-Ausbau spiele daher eine zentrale Rolle, sagten sie zu Montel.
Die Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP hatte sich zum Auftakt der Koalition einen um acht Jahre vorgezogenen Kohleausstieg im Jahr 2030 vorgenommen. Besonders die FDP hatte sich zuletzt allerdings immer wieder gegen den schnelleren Ausstieg ausgesprochen.