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GAS | LNG

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Equinor setzt 2024 auf mehr Gasexporte

(Montel) Der norwegische Energiekonzern Equinor ging am Mittwoch von einer Erholung der Gasexporte im Jahr 2024 aufgrund von weniger Wartungsarbeiten aus. China sollte laut Total Energies unterdessen für einen angespannten LNG-Markt sorgen.

Die tägliche Gasförderung von Equinor lag 2023 mit 970 Barrel Öläquivalenten um 5% unter dem Vorjahr.

Es bestehe aber die Chance auf eine leichte Steigerung in diesem Jahr, da Wartungsarbeiten an der Infrastruktur in einem geringeren Umfang geplant sind, sagte Equinor-Managerin Irene Rummelhoff am Rande einer Konferenz in London zu Montel.

Hinzu käme ein optimierter Betrieb der Gasverarbeitungsanlage Kollsnes, der ebenfalls größere Exportmengen möglich mache.

Norwegen hatte nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine die Rolle als wichtigster Pipeline-Lieferant für Europa von Russland übernommen.

Das Unternehmen arbeite daher auch daran, seine Infrastruktur vor virtuellen und physischen Angriffen zu schützen, so Rummelhoff.

LNG vor angespannter Marktlage
Auf dem weltweiten LNG-Markt dürfte es unterdessen zu einer angespannteren Versorgung kommen, da die Nachfrage in China steigen sollte, sagte Patrick Pouyanne, Vorstandschef von Total Energies am Mittwoch.

China befinde sich weiterhin in einer Erholungsphase von den Folgen der Covid-19-Pandemie und der LNG-Preis am asiatischen Leitmarkt JKM habe mit zuletzt 10 USD/MMBtu Anreize für eine steigende Nachfrage Chinas geboten.

Schon im Jahr 2023 waren die chinesischen LNG-Importe um 11% im Vorjahresvergleich auf 97 Mrd. Kubikmeter gestiegen.

Auch in Europa dürfte das Nachfragewachstum weiter gehen, so die Einschätzung von Pouyanne. Die Staatengemeinschaft nutzt LNG, um die die Lücke von fehlenden Pipeline-Lieferungen aus Russland zu füllen.

Die Importe hatten sich im vergangenen Jahr auf fast 155,5 Mrd. Kubikmeter verdoppelt.